BYD will sich offenbar immer wieder aufs Neue beweisen. Das zeigt sich daran, wie unermüdlich der Hersteller mit seinen verschiedenen Fahrzeugen Rekorden und außergewöhnlichen Fähigkeiten nachjagt. Fliegen können die Fahrzeuge des Unternehmens zwar noch nicht, doch sie schwimmen tatsächlich auf dem Wasser. Und inzwischen kann BYD auch von sich behaupten, ein Auto gebaut zu haben, das 500 km/h erreicht.
Der Yangwang U9 Xtreme hat den Geschwindigkeitsweltrekord für Serienfahrzeuge gebrochen. Aktuellen Berichten zufolge erreichte der rein elektrische Hypersportwagen auf einer gesperrten öffentlichen Straße in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten unglaubliche 503,17 km/h.
Das ist ein historischer Meilenstein: Bislang hatte noch kein für die Serienproduktion vorgesehenes Fahrzeug die magische Grenze von 500 km/h überschritten. Tatsächlich liegt der neue Rekord nur 6,95 km/h über der bisherigen Bestmarke des Yangwang U9 Xtreme. Schließlich hatte er im September 2025 bereits eine Höchstgeschwindigkeit von 496,22 km/h erreicht. BYD wollte jedoch ganz offensichtlich die 500-km/h-Marke knacken und unternahm deshalb einen weiteren Anlauf.
Bei Höchstgeschwindigkeit legte das Fahrzeug fast 140 Meter pro Sekunde zurück. Lange hielt es dieses Tempo allerdings nicht: Sobald die 500 km/h sicher erreicht waren, nahm der Fahrer aus Sicherheitsgründen den Fuß vom Fahrpedal.
BYD hatte das Vorhaben im Voraus angekündigt: Am 1. November gab Hu Xiaoqing, Geschäftsführer der Vertriebsabteilung von Yangwang, den erneuten Rekordversuch bekannt. Dem Unternehmen war ausdrücklich daran gelegen, den Rekord diesmal auf einer öffentlichen Straße statt auf einer abgesperrten Teststrecke aufzustellen. Das brachte zusätzliche Herausforderungen mit sich. Das außergewöhnliche Ergebnis gelang bei Temperaturen von über 30 Grad, auf staubiger Fahrbahn und bei starkem Seitenwind.
Auch Guinness hat den Rekord des Yangwang U9 Xtreme bestätigt.
Technisch ist der Hypersportwagen von BYD ausgesprochen spannend. Seine schier grenzenlose Kraft zeigt sich schon daran, dass der Fahrer bis 350 km/h mit nur zu 55 % durchgetretenem Fahrpedal unterwegs war. Erst dann trat er es vollständig durch, um bis auf 500 km/h weiterzubeschleunigen. Das außergewöhnliche Fahrzeug basiert auf einer 1.200-Volt-Architektur. Vier unabhängig voneinander regelbare Elektromotoren liefern zusammen 2.220 kW beziehungsweise 2.977 PS. Die Motoren erreichen Drehzahlen von 30.000 U/min. Pro Tonne bringt es der Wagen auf 1.200 PS.
Der Yangwang U9 Xtreme ist bis ins Detail darauf ausgelegt, seiner enormen Leistung und den damit verbundenen Belastungen unter allen Bedingungen standzuhalten. Er verfügt über eine speziell entwickelte Bremsanlage, besonders leistungsfähige Fahrstabilitätssysteme und außergewöhnliche Reifen. Der Bordrechner kann die Drehmomentabgabe 100-mal pro Sekunde regeln, um die gewaltige Kraft optimal auf die Fahrbahn zu bringen. Deshalb ist der Wagen nicht nur auf der Geraden schnell: Auch auf dem Nürburgring hält er mit einer Zeit von 6:59,157 Minuten den Rekord in seiner Klasse.
Nicht alles lief glatt
Die Vorbereitungen für den Geschwindigkeitsrekord führte BYD noch in China durch. Wenige Tage vor dem 8. November wurde ein Video veröffentlicht, das einen heftigen Unfall während der Tests zeigt. Ohne jede Übertreibung lässt sich sagen, dass dabei ein Auto völlig zerstört wurde.
Auf einer gesperrten chinesischen Autobahn verlor der Fahrer eines Testwagens aus unbekannten Gründen die Kontrolle über den Hypersportwagen. Das Fahrzeug prallte daraufhin gegen die Leitplanke. Glücklicherweise traf es sie so, dass sie der Wucht standhielt. Das Auto rutschte mehrere Hundert Meter über die vierspurige Fahrbahn und schlug anschließend in die Leitplanke auf der gegenüberliegenden Seite ein. Danach drehte es sich weiter und kam allmählich neben der Leitplanke zum Stehen. Erwähnenswert ist auch, dass das Fahrzeug nicht in Brand geriet.
Der schockierende Unfall ereignete sich höchstwahrscheinlich bei mehr als 400 km/h.
Beim Anblick der folgenden Aufnahmen dürfte wohl jeder denken, dass ein solcher Unfall nicht zu überleben ist. Glücklicherweise nahm die Geschichte jedoch ein gutes Ende. Wie durch ein Wunder überlebte der Fahrer nicht nur, sondern konnte das Krankenhaus bereits nach wenigen Stunden wieder verlassen. Die Untersuchung hatte ergeben, dass er keine schwereren Verletzungen erlitten hatte. Einen solchen Crashtest wünscht sich kein Hersteller. Eines steht aber fest: Der Yangwang U9 Xtreme hat bewiesen, wie enorm belastbar seine Fahrgastzelle ist.
Der Yangwang U9 debütierte 2024 und wurde bis Ende 2025 fast 200-mal verkauft. Er ist das mit Abstand teuerste Fahrzeug von BYD und offiziell ausschließlich in China erhältlich. Vom Rekordmodell Yangwang U9 Xtreme kommen lediglich 30 Exemplare auf den Markt. Wie viele davon bereits einen Besitzer gefunden haben, ist nicht bekannt.
































