Apple hat ein außergewöhnliches MacBook Pro vorgestellt. In der Gerüchteküche war zuvor vom MacBook Ultra die Rede gewesen, in den vergangenen Tagen kursierte auch der Name MacBook Studio. Letztlich traf beides nicht zu: Das erste MacBook mit OLED-Touchscreen heißt weiterhin MacBook Pro und erscheint in zwei Varianten. Beide sind dünner und leichter als die bisherigen Modelle. Außerdem erhalten beide wieder ein leuchtendes Apple-Logo, dessen Hintergrundbeleuchtung mit der Überarbeitung des MacBook Pro im Jahr 2016 verschwunden war.
Sowohl die 14-Zoll- als auch die 16-Zoll-Version setzen auf das neu entwickelte PROLED XDR-Display, das Touch-Eingaben unterstützt und beeindruckende technische Daten bietet. Das Display mit Tandem-OLED-Technik erreicht sowohl im SDR- als auch im HDR-Betrieb eine Spitzenhelligkeit von 2.000 Nits. Dieser Wert gilt allerdings nur für einen kleinen Bildbereich; über die gesamte Displayfläche sind maximal 1.000 Nits möglich.
Der Touchscreen unterstützt verschiedene Gesten zum Vergrößern, Zusammenziehen, Scrollen und Drehen von Inhalten. Auch Zeichnen ist darauf möglich. Damit das Display bei Berührungen stabil bleibt, wurde das Scharnier überarbeitet. Zudem verfügt das System über eine Videostabilisierung, die bei Videoanrufen verhindern soll, dass Berührungen des Touchscreens das Kamerabild verwackeln lassen.
Die Berührungssensorik ist direkt in das Panel integriert, sodass keine zusätzliche Verzögerung zu erwarten ist. Die Bedienung soll schnell, flüssig, präzise und effizient ausfallen. Die neue macOS-Version erkennt den Touchscreen automatisch und setzt Berührungen in Mausklicks um. Damit dürfte sich die große Mehrheit der vorhandenen Anwendungen auch per Touch problemlos bedienen lassen.
Das neue Panel unterstützt Pro Motion und damit eine variable Bildwiederholrate zwischen 10 und 120 Hz. Auch True Tone ist vorhanden. Das Display bietet eine hohe Farbtreue und deckt die Farbräume DCI-P3 und Adobe RGB vollständig ab. Das Kontrastverhältnis beträgt 10.000.000:1. Das 14,2 Zoll große PROLED XDR-Display löst nativ mit 3.024 x 1.986 Pixeln auf und erreicht eine Pixeldichte von 254 PPI. Das 16,3-Zoll-Modell bietet eine native Auflösung von 3.472 x 2.266 Pixeln bei ebenfalls 254 PPI.
Der Display-Controller steuert die einzelnen Bildpunkte, also die organischen LEDs. Er regelt Farbe und Helligkeit für jedes Pixel und berücksichtigt dabei Temperatur, Bildinhalt, Umgebungsbedingungen und bisherige Pixelnutzung durch entsprechende Korrekturen. Eine entspiegelnde Beschichtung verbessert die Ablesbarkeit in heller Umgebung. Gegen Aufpreis ist das PROLED XDR-Panel zudem mit Nanotexturglas erhältlich. Schmalere Displayränder sorgen für ein eleganteres Erscheinungsbild und mehr Platz für das Bild.
Eine wichtige Neuerung ist der Ersatz der Notch durch die Dynamic Island. Seit der Vorstellung des iPhone 14 und des iPhone 14 Pro ist diese Funktion auf Apples Smartphones weit verbreitet, nun hält sie erstmals beim MacBook Pro Einzug. Dort können verschiedene Benachrichtigungen erscheinen. Auch Spotlight und Siri AI können die interaktive Fläche nutzen. Darüber hinaus kann sie bei der Musikwiedergabe, der Annahme von Anrufen und bei AirDrop hilfreich sein. Die Dynamic Island wird über der gerade geöffneten Anwendung eingeblendet. Anders als beim iPhone steckt dahinter im MacBook Pro kein TrueDepth-Kamerasystem, sondern eine Center Stage-Kamera mit 12 Megapixeln und Desk View. Die biometrische Benutzeridentifizierung übernimmt Touch ID, das in die Tastatur integriert ist.
Die neuen MacBook Pro können bis zu einen Millimeter dünner ausfallen als ihre Vorgänger. Das 16,3-Zoll-Modell wiegt 1,82 Kilogramm, die 14,2-Zoll-Version 1,38 Kilogramm. Diese Angaben gelten für die Modelle mit M5 Pro; die Ausführungen mit M5 Max sind jeweils 20 Gramm schwerer.
In den neuen MacBook Pro kommen die bereits vorgestellten SoCs M5 Pro und M5 Max zum Einsatz. Der M5 Pro lässt sich mit bis zu 64 GB gemeinsamem Arbeitsspeicher kombinieren, der M5 Max mit bis zu 128 GB. Der M5 Pro bietet bis zu 18 CPU- und 20 GPU-Kerne, der M5 Max bis zu 18 CPU- und 40 GPU-Kerne. Beide verfügen außerdem über eine NPU mit 16 Kernen. Anders als bei der M6-Serie ist jedoch nur eine NPU vorhanden, keine zweite. Beim M5 Pro sind SSDs mit bis zu 4 TB möglich, beim M5 Max gegen entsprechenden Aufpreis sogar bis zu 16 TB. Für die Chips M5 Pro und M5 Max kommt diesmal ein überarbeitetes Kühlsystem zum Einsatz, das die entstehende Wärme vom Displaybereich wegführt.
Apple hat auch das Audiosystem überarbeitet. Es besteht diesmal aus sechs Lautsprechern, soll um 50 % tiefere Bässe liefern und unterstützt Dolby Atmos. Hinzu kommen drei integrierte Mikrofone, die Aufnahmen in Studioqualität ermöglichen sollen. Die neuen MacBook Pro verfügen über Apples N1-Chip für Wi-Fi 7 und Bluetooth 6. Zudem unterstützen sie Schnellladen: Ein vollständig entladener Akku lässt sich innerhalb von 30 Minuten auf 50 % aufladen. Bei keinem der Modelle liegt allerdings ein Netzteil bei; dieses muss separat gekauft werden.
An Anschlüssen stehen drei Thunderbolt-5-Ports, ein HDMI-Videoausgang, ein SDXC-Kartenleser, eine 3,5-mm-Audioklinkenbuchse sowie ein magnetischer MagSafe-3-Ladeanschluss bereit. Die neuen Modelle können bis zu vier Displays gleichzeitig ansteuern. Ihr Magic Keyboard verfügt über eine Hintergrundbeleuchtung und einen intelligenten Umgebungslichtsensor. Außerdem ist ein Force Touch-Trackpad mit Multi-Touch-Unterstützung und druckabhängigen Bedienfunktionen vorhanden.
Das MacBook Pro mit 14,2 Zoll ist 310,8 Millimeter breit, 216,3 Millimeter tief und 15 Millimeter hoch. Das 16,3-Zoll-Modell misst 355,5 Millimeter in der Breite, 244,2 Millimeter in der Tiefe und 16 Millimeter in der Höhe.
Apple plant, die Mini-LED-Modelle weiterhin anzubieten. Die MacBook Pro mit PROLED XDR-Display lassen sich bereits vorbestellen. Auslieferung und Verkauf sollen am Freitag, dem 6. November 2026, beginnen.
Die Preise im Überblick:
- 14,2” MacBook Pro mit M5 Pro (CPU mit 15 Kernen, GPU mit 16 Kernen, 24 GB RAM, 1 TB SSD): etwa 3.550 Euro
- 16,3” MacBook Pro mit M5 Pro (CPU mit 18 Kernen, GPU mit 20 Kernen, 24 GB RAM, 1 TB SSD): etwa 4.240 Euro
- 14,2” MacBook Pro mit M5 MAX (CPU mit 18 Kernen, GPU mit 32 Kernen, 36 GB RAM, 2 TB SSD): etwa 5.660 Euro
- 16,2” MacBook Pro mit M5 MAX (CPU mit 18 Kernen, GPU mit 32 Kernen, 36 GB RAM, 2 TB SSD): etwa 6.015 Euro
In der maximalen Ausstattung mit M5 Max, Nanotexturdisplay, Netzteil, 128 GB Arbeitsspeicher, 16 TB SSD-Speicher, Lizenzen für Final Cut Pro und Logic Pro sowie AppleCare Protection Plan kostet die 14,2-Zoll-Version etwa 20.190 Euro. Für das 16,3-Zoll-Modell werden etwa 20.675 Euro fällig.
Ohne die Softwarelizenzen und AppleCare kostet das 14,2-Zoll-Modell etwa 18.980 Euro, die 16,3-Zoll-Version etwa 19.465 Euro. Die beiden neuen Notebooks erscheinen in Space Schwarz und Silber, ebenso wie das kürzlich vorgestellte 14-Zoll-MacBook Pro mit M6.




































