KI-MUSIK UND EIN EXTREM TEURES ZUSATZABO – WILDE GERÜCHTE UM SPOTIFY

Bei Spotify könnte eine Abo-Option kommen, die den monatlichen Preis um fast 40 Prozent erhöht. Zugleich könnte das Unternehmen KI-generierter Musik viel Raum geben.
DemonDani
DemonDani
07:51
KI-Musik und ein extrem teures Zusatzabo – wilde Gerüchte um Spotify

Spotify hat in letzter Zeit mehrere Neuerungen eingeführt, mit denen sich durch künstliche Intelligenz erzeugte Musik klar von den Werken menschlicher Urheber unterscheiden lässt. Das ist durchaus erfreulich. Nach aktuellen Informationen der Financial Times bedeuten diese Änderungen allerdings keineswegs, dass das Unternehmen solche Inhalte ausschließen will. Vielmehr könnte das von Daniel Ek geführte Unternehmen einen bemerkenswerten Schritt planen.

Die weltweit größte Musikstreamingplattform könnte über eine neue Zusatzoption eine weitere Erhöhung der Abokosten vorbereiten – diesmal unmittelbar im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. 

Einem Bericht der Financial Times zufolge, der sich auf mehrere interne Quellen beruft, könnte Spotify 2027 eine Abo-Option mit Funktionen auf Basis generativer KI einführen. Sie soll das reguläre Abonnement ergänzen und einen vergleichsweise hohen Aufpreis kosten. Enthalten wären Extras, die es bislang bei keinem Streamingdienst gab.

Das geplante KI-Zusatzpaket soll Nutzer monatlich weitere 4 bis 5 US-Dollar kosten. Gemessen am derzeitigen Grundpreis von Spotify Premium könnte die monatliche Gesamtrechnung dadurch um bis zu 39 Prozent steigen.

Galerie öffnen

Den Berichten zufolge würde die neue kostenpflichtige Option die Grundfunktionen der Musikwiedergabe nicht verändern, sondern den Hörern zwei konkrete Werkzeuge auf Basis generativer künstlicher Intelligenz zugänglich machen. Mit der Zusatzoption könnten sie die Berechtigung erhalten, KI-gestützte Remixe zu erstellen. Das System wäre in der Lage, bestehende Musikstücke in Echtzeit nach den Vorlieben des Nutzers zu Remixen mit verändertem Aufbau umzuarbeiten.

Neben Remixen könnten Nutzer auch den Stil von Songs verändern und so innerhalb kürzester Zeit KI-generierte Coverversionen erstellen. Beliebige Lieder ließen sich im Stil anderer Bands, Interpreten oder Genres erzeugen. Eine veränderte Instrumentierung könnte den Kompositionen dabei eine völlig neue Gestalt verleihen. Coverversionen waren schon immer sehr gefragt. Spotify würde nun allen die Möglichkeit geben, solche Fassungen ganz nach den eigenen Vorstellungen zu erstellen.

Dem Bericht zufolge könnte die Einführung der neuen Technologien darauf abzielen, das Musikhören für alle interaktiver zu gestalten, die generativer KI-Musik offen gegenüberstehen.

Für Streamingunternehmen ist die zunehmende Verbreitung KI-generierter Musik wirtschaftlich sehr attraktiv: Synthetische Inhalte können die Lizenzkosten für externe Künstler senken und damit die Rentabilität der Plattform steigern. Spotify ist noch immer längst nicht so profitabel, wie man vielleicht annehmen würde. Solche Schritte könnten dem Unternehmen jedoch helfen, sich in dieser Hinsicht weiterzuentwickeln und seine Ziele zu erreichen. 

Allerdings könnte sich Spotify damit auf äußerst unsicheres Terrain begeben, das derzeit voller verborgener Hindernisse, neuer Herausforderungen und offener Fragen steckt. Für die zugrunde liegenden Werke würde das Unternehmen bei umgearbeiteter Musik sicher weiterhin wie bisher zahlen. Wie sich die entsprechenden Kosten anschließend entwickeln könnten, ist jedoch unklar – und die Nutzer werden darüber vermutlich auch nichts erfahren. Nahezu sicher ist, dass ein erheblicher Teil der mit den neuen Werkzeugen erzielten Zusatzeinnahmen direkt in Spotifys Kasse fließen könnte. Laut der FT verhandelt das Unternehmen allerdings weiterhin mit den Musiklabels über die Möglichkeiten.

Nach einer ersten Schätzung eines von der Financial Times befragten Analysten könnten bis Ende 2028 rund 8 Prozent aller Spotify-Abonnenten einen Aufpreis für KI-generierte Songs zahlen. So weit sollte man in dieser Frage aber noch nicht vorausdenken: Angesichts der verbreiteten Ablehnung dieser Technologien dürfte ihre Einführung keineswegs völlig reibungslos verlaufen.

Für den Newsletter anmelden
Mit meiner Registrierung akzeptiere ich die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.

0 Beiträge

Um einen Beitrag zu schreiben, bitte zuerst Bitte anmelden!

Zu diesem Artikel liegen noch keine Kommentare vor.

Bitte helfen Sie anderen und teilen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel mit.
Zurück zum Seitenanfang