Sony, setzt als führender Sensorhersteller Maßstäbe bei Kameratrends, und die nun vorgestellte Neuheit der LYTIA-Serie ist in dieser Hinsicht besonders bedeutsam. Der LYTIA 720 wird als Basis für die Hauptkamera der Mittelklasse-Smartphones dienen, kann aber auch in den Topmodellen als Sekundärkamera eingesetzt werden.
Gleich zu Beginn muss klargestellt werden, dass der LYT-720 keine revolutionäre Lösung ist, sondern vielmehr der gängigsten Konfiguration folgt, die man sich vorstellen kann, und versucht, daraus auf kostengünstige Weise noch mehr herauszuholen. Es handelt sich um einen 50-Megapixel-Bildsensor mit einer Größe von 1/1,56 Zoll. Eine ähnliche Lösung ist mittlerweile im Wesentlichen in mehreren hundert Millionen Smartphones zu finden.
Der LYT-720 wird im Produktportfolio – und in künftigen Smartphones – den Platz der zuvor angekündigten Bildsensoren LYT-700 und LYT-700C einnehmen. Der Sensor verfügt über eine Pixelgröße von 1 Mikrometer und nutzt wie üblich einen Quad-Bayer-Farbfilter, der eine 4-in-1-Pixelzusammenführung ermöglicht. Dadurch kann bei einer Auflösung von 12,5 Megapixeln eine Pixelgröße von 2 Mikrometern „erzeugt“ und somit eine höhere Empfindlichkeit erreicht werden.
Der neue Sensor verfügt über einen gestapelten (stacked) Aufbau und nutzt CMOS-Technologie. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass der Chip durch eine modernisierte Schaltungsarchitektur ergänzt wurde, dank derer er auch bei schwächeren Lichtverhältnissen detailliertere und klarere Aufnahmen liefern kann als bisher. Die wichtigste technologische Neuerung des Sensors ist die Integration der Ultra High Conversion Gain (UHCG)-Technologie, die Sony aus seinen Sensoren der höheren Preisklasse in den kostengünstigeren LYTIA 720 übernommen hat.
Nach Angaben des Herstellers kann das UHCG-Verfahren im LYT-720 in dunkler Umgebung das schädliche, zufällig entstehende Bildrauschen im Vergleich zum LYTIA 700 – das als sein direkter Vorgänger gilt – um etwa 50 Prozent reduzieren. Das deutlich reduzierte Bildrauschen mindert die Bildkörnigkeit bei schwacher Beleuchtung und verbessert so die Bildschärfe bei Nachtaufnahmen und Aufnahmen in anderen lichtarmen Umgebungen.
Auch bei der HDR-Bildgebung macht die LYT-720 Fortschritte, und zwar durch den Einsatz des weiterentwickelten Hybrid-Frame-HDR-Verfahrens (HF-HDR), mit dem der Sensor angeblich einen Dynamikbereich von bis zu 100 dB erreichen kann. Die Technologie besteht aus zwei Schritten: Innerhalb einer einzigen Belichtung erfasst Dual Conversion Gain-HDR (DCG-HDR) die Bereiche mit geringer und mittlerer Helligkeit, während gleichzeitig die besonders hellen Details in einem separaten Bildframe festgehalten werden – mit einer sehr kurzen Verschlusszeit, um Verwacklungen zu vermeiden.
Zur Verbesserung der Video-Fähigkeiten wurde der Sensor mit einer überarbeiteten Analog-Digital-Wandlereinheit ausgestattet, die die Wandlungsverzögerung nahezu beseitigt und den Energieverbrauch senkt. Bei der HDR-Videoaufnahme kommt hingegen nicht mehr das Hybrid-Frame-HDR-Verfahren zum Einsatz; um Geisterbilder bei der Aufnahme von sich bewegenden Motiven zu vermeiden, wird im 4K60-HDR-Modus das HDR-Bild in einem Einzelbild erzeugt (DCG-HDR), wodurch der Dynamikumfang zwar etwas geringer ist, andere Bildfehler jedoch vermieden werden können.
Dies ist der erste 1/1,56-Zoll-Bildsensor von Sony, der gleichzeitig 4K-Auflösung, HDR-Videoaufnahmen mit 60 FPS sowie den Phasen-Autofokus über die gesamte Sensorfläche (All-Pixel AF) unterstützt.
Jedes Video lässt sich mit der Sony LYT-720-App perfekt fokussieren, da die Kamera in der Lage ist, den Fokuspunkt auch bei schnellen Bewegungen auf dem ausgewählten Motiv zu halten, selbst wenn dieses an den Bildrand gelangt. Die Japaner arbeiten seit mehreren Jahrzehnten an verschiedenen AF-Technologien, und der Sensor des Smartphones verfügt über fortschrittliche Lösungen zur Motivverfolgung. Dies ist unerlässlich, um den Nutzern ein gutes Erlebnis zu bieten.
Die Produktion des Sony LYTIA 720 hat bereits begonnen, und die Auslieferung startet im November. Noch in diesem Jahr könnte ein Smartphone auf den Markt kommen, in dem dieser Bildsensor zum Einsatz kommt.






























