Google hat angekündigt, dass der weltweit beliebteste Webbrowser, Google Chrome, um eine neue Funktion erweitert wird, die sich die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz zunutze macht, um die automatische Formularausfüllung noch effizienter zu gestalten. Diese Funktion, also das „Autofill“, konnte bereits bisher mit gespeicherten Daten arbeiten und beispielsweise die wichtigsten Felder eines Formulars ausfüllen, sei es Name, Adresse, E-Mail-Adresse oder Telefonnummer, und auch die Daten gespeicherter Kreditkarten konnten darüber genutzt werden. Doch nun geht die Funktion einen Schritt weiter: Sie kann nun auch E-Mails aus Gmail zum Ausfüllen von Formularen verwenden.

Mit Hilfe der neuen Funktion wird es möglich sein, auch zusätzliche Informationen aus Ihren Gmail-E-Mails zu nutzen, beispielsweise eine Bestellnummer, Daten zu einem gebuchten Flugticket oder Sendungsverfolgungsdaten, auf die Sie zugreifen und diese zum Ausfüllen eines Formulars verwenden können. Laut den Mitarbeitern von 9to5Google wird neben den durch den neuen, erweiterten Formularausfüll-Dienst eingegebenen Daten ein Hinweis erscheinen, der im Rahmen der Aufschrift „Suggested by Gemini“ darauf hinweist, dass der jeweilige Inhalt auf Empfehlung von Gemini eingegeben wurde. Daraus lässt sich natürlich bereits ableiten, dass die Funktion nur dann funktioniert, wenn der Gemini-Assistent im Chrome-Webbrowser verwendet und die „Personal Intelligence“-Funktion aktiviert wird; andernfalls ist der erweiterte Dienst nicht verfügbar.

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Nach den Plänen von Google wird die Neuerung zunächst in den Vereinigten Staaten verfügbar sein, wo sie sowohl auf Desktop- und Mobilgeräten als auch auf Android- und iOS-basierten Geräten genutzt werden kann, sofern die oben erwähnte „Personal Intelligence“-Option aktiviert ist, denn nur dann kann Gemini auf die Inhalte der verbundenen Google-Anwendungen zugreifen, so zum Beispiel auch auf E-Mails in Gmail. Wichtig ist, dass der automatische Formularausfüller mit erweiterter Funktionalität nur für private Gmail-Konten verfügbar ist; bei Konten für den beruflichen oder schulischen Gebrauch sowie bei verwalteten Konten kann er nicht aktiviert werden. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Nutzer mindestens 18 Jahre alt sein muss und die Option „Keep Activity“ aktiviert sein muss, damit die Funktion genutzt werden kann.

Da die „Personal Intelligence“-Funktion vorerst nur in bestimmten Regionen verfügbar ist, wird auch der erweiterte automatische Formularausfüller vom Google-Team nicht überall bereitgestellt. Unter anderem ist die „Personal Intelligence“-Funktion im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und im Vereinigten Königreich nicht aktiv, was vor allem auf Datenschutzbestimmungen zurückzuführen ist. Der Blogbeitrag ist übrigens recht zurückhaltend, was die neue Funktion angeht; so geht daraus beispielsweise nicht hervor, wofür die Daten, auf die Gemini über die „Personal Intelligence“-Funktion zugreift, verwendet werden dürfen, wer darauf Zugriff hat und wie im Allgemeinen damit umgegangen wird.

Die für Entwickler bestimmte Dokumentation ist bereits etwas aussagekräftiger; daraus geht nämlich hervor, dass die neue Funktion von Google den Link der Webseite, die Inhalte rund um das Formular und analysiert zudem, wie der jeweilige Nutzer mit den Vorschlägen des automatischen Formularausfüllers interagiert, d. h., ob er diese akzeptiert oder die Daten ändert. Dies sei angeblich zur Optimierung der Modelle erforderlich, was auch die Frage beantwortet, ob die Daten zum Training verwendet werden – sie werden eindeutig verwendet, worauf auch die Option „Allow feature and improve AI models“ hinweist. Die Daten können auch von berechtigten Mitarbeitern überprüft werden, ebenfalls mit dem Ziel, die Funktionsweise der Funktion noch weiter zu optimieren. Die neue Funktion wird für Nutzer automatisch aktiviert, lässt sich aber glücklicherweise leicht deaktivieren, falls man sie nicht nutzen möchte. Dazu muss man in den Chrome-Einstellungen das Menü „ Autofill and passwords“  aufrufen, wo man die Einstellung „Enhanced autofill“ deaktivieren kann. Wenn Sie außerdem verhindern möchten, dass Gemini Ihre E-Mails durchsucht, müssen Sie die Verbindung zum Gmail-Konto trennen. Dies können Sie in den Gemini-Einstellungen im Menü „Connected Apps“ vornehmen.

Die Neuerung ist vorerst also nur in den USA verfügbar, könnte aber später auch auf andere Regionen ausgeweitet werden.

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