DER VON OPENAI AUSGEHENDE CYBERANGRIFF WAR VON INNEN BETRACHTET NOCH VIEL BEÄNGSTIGENDER, ALS MAN ANGENOMMEN HATTE

Zwei Modelle von OpenAI haben das System von Hugging Face gehackt, indem sie die Sicherheitsbarrieren durchbrochen haben. Aktuellen Analysen zufolge haben sich im Hintergrund erschreckende Dinge abgespielt.
DemonDani
DemonDani
31. Aug. 2026, 11:36
Der von OpenAI ausgehende Cyberangriff war von innen betrachtet noch viel beängstigender, als man angenommen hatte

Wie bekannt ist, haben KI-Agenten von „ “ im Rahmen eines Sicherheitstests bei OpenAI nach einer Reihe von unzulässigen Vorgängen das System von Hugging Face gehackt. Es war bereits zuvor bekannt geworden, dass die Agenten im Zuge dieser Aktion in mehrere Dienste eingedrungen waren, was die Gesamtsituation ohnehin schon verschärft hatte. Nun sind jedoch zwei Berichte erschienen, die die Ereignisse detailliert beleuchten und die Geschichte damit in ein noch düstereres Licht rücken. 

Einer der Berichte stammt von OpenAI selbst, der andere wurde mit Genehmigung des Unternehmens gemeinsam von den Teams von METR und Redwood Research veröffentlicht. Zusammen umfassen die Berichte fast 130 Seiten und bieten einen wirklich tiefen Einblick in die Hintergründe und den Ablauf der Serie von Cyberangriffen. Sie werfen ein völlig neues Licht auf die Risiken, die hochqualifizierte Modelle der künstlichen Intelligenz im Bereich der Cybersicherheit mit sich bringen können.

Über den Cybersicherheitstest ist bekannt, dass er über einen langen Zeitraum hinweg stattfand und es fast zwei Wochen dauerte, bis OpenAI überhaupt erkannte, dass die von den fortgeschrittenen Sprachmodellen gesteuerten KI-Agenten „ausgebrochen“ waren und „unzulässige“ Operationen durchgeführt hatten. Das Unternehmen stellte seine besten Systeme in einer vermeintlich geschlossenen Umgebung vor eine Herausforderung, die für diese eine enorme Hürde darstellte; sie konnten die Aufgabe nicht einfach bewältigen, was schließlich zu dem Cyberangriff führte.

„Dieser Fall ist das erste bekannte Beispiel dafür, dass eine Gruppe automatisierter Agenten ohne Genehmigung einen Angriff durchgeführt hat“, schrieb OpenAI in seinem Bericht.

Das Unternehmen hat diese Angelegenheit bisher ein wenig so behandelt, als wäre es stolz auf das Geschehene, und auch aus dem aktuellen Bericht ging dies hervor. Die tatsächlich schwerwiegenden Details wurden vielmehr in den Veröffentlichungen von METR und Redwood aufgedeckt. Laut OpenAI ist ein Paradigmenwechsel im Bereich der Cybersicherheit erforderlich. „Wir können nicht länger davon ausgehen, dass ausgeklügelte Cyberangriffe eine direkte menschliche Steuerung erfordern“, so das Unternehmen.

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Der Bericht von OpenAI behandelt KI-Agenten bereits als eine völlig neue Art von Bedrohung. Nach Ansicht des Unternehmens zeigen die jüngsten Erfahrungen, dass diese in der Lage sind, ihr Fachwissen zu bündeln, um neue Angriffsmethoden und -wege zu entwickeln, um jeweils eine größere Herausforderung zu meistern oder ein Ziel zu erreichen. OpenAI hat aufgezeigt, welche Änderungen erforderlich sind, damit sich diese Situation nicht wiederholt.

Aus dem Bericht von METR und Redwood ging hervor, dass die Aktivitäten der beiden Sprachmodelle im Hintergrund ein geradezu erstaunliches Ausmaß angenommen haben. Bislang war bekannt, dass der Cyberangriff von GPT-5.6 Solt – das ohne Sicherheitsbarrieren lief – und KI-Agenten begangen wurde, die ein experimentelles Modell mit weitaus besseren Fähigkeiten als bisherige nutzten. Kurz und knapp gesagt ist tatsächlich genau das passiert, und schon das klingt schwerwiegend, doch im Detail entpuppte sich die Geschichte als wirklich schockierend.

Nach der Analyse von Cybersicherheitsexperten erzeugten die beiden Modelle autonom etwa 1.200 KI-Agenten, die mehr als 70.000 Nachrichten und Dateien über ein „nicht autorisiertes Forum“ austauschten, und führten zudem umfangreiche Untersuchungen dazu durch, wie sie „ihre eigenen Chatprotokolle fälschen, bearbeiten oder löschen können“. Sie versuchten also, ihre Spuren zu verwischen. Die böswilligen Akteure hätten eigentlich isoliert werden müssen, doch sie fanden erfolgreich heraus, wie sie alle Sicherheitsbeschränkungen umgehen konnten.

Von den mehr als tausend Agenten waren etwa 700 „Akteure“ an dem offenen Cyberangriff auf Hugging Face beteiligt. Dem METR-Redwood-Bericht zufolge versuchten die Agenten „eindeutig und regelmäßig“, Vorgehensweisen zu entwickeln, mit denen sie sowohl die automatisierten Sicherheitskontrollen von Hugging Face als auch die von OpenAI umgehen konnten. OpenAI entdeckte die Hackeraktivitäten am 20. Juli, doch tatsächlich war es den KI-Agenten bereits 12 Tage zuvor im Rahmen umfangreicher Cybersicherheitstests gelungen, die Sicherheitsbeschränkungen zu umgehen.

Nachdem das schwerwiegende Problem bekannt wurde, informierte OpenAI nach eigenen Angaben Hugging Face umgehend über den Vorfall; zuvor hatte die Plattform jedoch erklärt, dass die Einbrüche bereits lange vor der Kontaktaufnahme durch OpenAI entdeckt worden seien. Den Berichten zufolge benötigte der Entwickler fünf Tage, um alle unbekannten internen Aktivitäten erfolgreich zu unterbinden, wozu er gezwungen war, die Nutzung aller internen Forschungsmodelle auszusetzen. Theoretisch hatten die Angreifer ihre Aktivitäten nach drei Tagen erfolgreich eingestellt, doch das Unternehmen hielt es für das Beste, alle Systeme vorübergehend außer Betrieb zu nehmen, um sich einen vollständigen Überblick über die Lage zu verschaffen. 

Während weltweit immer mehr Menschen fordern, dass die Behörden entschlossener gegen Unternehmen vorgehen, die Technologien der künstlichen Intelligenz entwickeln, hat OpenAI zugesagt, den Zugriff auf risikoreiche Modelle besser zu isolieren und einzuschränken. Darüber hinaus kündigte das Unternehmen an, ein rund um die Uhr verfügbares Schnellreaktionssystem einzuführen, in dessen Rahmen fachkundige Forscher innerhalb von 30 Minuten über jeden besorgniserregenden Vorfall informiert werden.

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