GOG.com gehört zu den wenigen Plattformen, bei denen digitale Käufe ohne eingebauten Fernabschaltcode auskommen. Die Philosophie des Shops: Was gekauft wurde, gehört den Käufern. Und mit ihrem Eigentum dürfen sie im Rahmen des gesunden Menschenverstands machen, was sie wollen.

Neben dem DRM-freien Angebot haben die Mitarbeiter des Unternehmens aber noch andere Träume. Einer davon ist, Spiele auch auf physischen Datenträgern herzustellen und zu verkaufen.

Marcin Paczynski, bei GOG für Geschäftsentwicklung und Partnerschaften zuständig, erklärte gegenüber GamesRadar, er hoffe sehr, physische Datenträger irgendwann zurückbringen zu können. Im Idealfall hätte GOG seiner Vorstellung nach auch ein Ladengeschäft. Er räumt allerdings ein, dass dies deutlich komplizierter wäre, als einen gut funktionierenden Onlineshop zu betreiben.

Eine der Schwierigkeiten sieht er in der Logistik. Bei physischen Datenträgern müssen neben der Herstellung auch Transport und Lagerung organisiert werden. Hinzu kämen neue Verträge mit den Publishern. Paczynski hält eine Umsetzung in naher Zukunft für unwahrscheinlich. Intern sei das bei GOG aber schon lange ein Thema, und er hoffe sehr, dass irgendwann der Zeitpunkt komme, an dem sich auch dieses Vorhaben verwirklichen lasse.

Paczynski sprach außerdem über weitere Wünsche. Der nächste Dune-Film steht bevor, doch es gibt auch ein Spiel, das ein ganzes, heute bestens bekanntes Genre begründet hat: Dune 2: The Building of a Dynasty von Westwood.

Dune 2 gilt vielen als das erste Echtzeitstrategiespiel überhaupt. Westwoods wegweisendes Werk legte den Grundstein für legendäre Titel wie Command & Conquer, das zunächst als Fortsetzung gedacht war, später aber ein eigenes Universum erhielt, oder Warcraft: Orcs & Humans. Paczynski möchte diesen persönlichen Klassiker in den Katalog von GOG.com aufnehmen. Das sei allerdings überraschend schwierig, denn derzeit gebe es bei Dune 2 mehr als fünf Rechteinhaber.

Diesen gordischen Lizenzknoten zu entwirren, scheint vorerst unmöglich.

„Das ist einer der heiligen Grale. Auf meiner persönlichen Liste steht es ganz oben, weil ich mit diesem Spiel sehr viele nostalgische Erinnerungen verbinde. Diese Situation zeigt gut, wie sehr die Lizenzfragen rund um ein Spiel ausufern können“, erklärte Paczynski.

Dune 2 wurde von Westwood entwickelt, das später von EA übernommen wurde. Der Programmcode und die zugehörigen Assets liegen somit bei Electronic Arts. Das Problem beginnt damit, dass EA die Dune-Lizenz nicht besitzt. Auch die Herbert-Stiftung verfügt nicht über die entsprechende Lizenz, denn das Spiel basiert auf dem Film von 1984 und nicht auf dem Buch. Daher liegt diese Lizenz bei Universal Pictures. Allerdings nur zum Teil, denn auch die Erben des inzwischen verstorbenen Produzenten Dino De Laurentiss halten einen Teil der Rechte an den früheren Filmen. Doch damit ist es längst nicht getan: Die Herbert-Stiftung besitzt zwar die Lizenzen für die Vorlage, die Dune-Rechte liegen derzeit jedoch bei Legendary Pictures. Legendary Pictures wiederum hat Funcom die exklusiven Rechte zur Entwicklung von Spielen eingeräumt, damit Dune: Awakening entstehen konnte.

Wie GOG Dune 2, Dune 2000 und Emperor: Battle for Dune zurückbringen könnte, ist deshalb unklar. Aufgegeben hat das Unternehmen aber noch nicht.

Laut Paczynski jonglieren hier milliardenschwere Unternehmen mit den Rechten, während Dune 2 seiner Einschätzung nach für gerade einmal ein paar Dollar bei GOG angeboten würde und sich vielleicht 100.000 Mal verkaufen könnte. Genau deshalb lohne es sich für die großen Beteiligten nicht, nach einer Lösung zu suchen. Das mache die Lage so kompliziert.

Bildquelle: Yako_hello_nurse

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