AMD MELDET DANK KI-BOOM ERNEUT EIN REKORDQUARTAL – PC- UND GAMING-GESCHÄFT SCHWÄCHELN JEDOCH

Das Unternehmen rechnet im laufenden Quartal mit einem Gesamtumsatz von 17 Milliarden US-Dollar und würde Intel damit beim Umsatz erstmals überholen. Sollte das tatsächlich gelingen, wäre es ein beachtlicher Erfolg.
J.o.k.e.r
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5. Nov. 2026, 09:41
AMD meldet dank KI-Boom erneut ein Rekordquartal – PC- und Gaming-Geschäft schwächeln jedoch

AMD hat seinen aktuellen Finanzbericht vorgelegt, der die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal 2026 zeigt. Die Zahlen sind beeindruckend: Das Unternehmen hat bereits erheblich vom KI-Boom profitiert. Den Prognosen zufolge wird der Anteil der Sparte Data Center am Gesamtumsatz in den kommenden Quartalen weiter steigen. Gleichzeitig schwächeln das PC- und das Gaming-Geschäft, was auf das schwierige Marktumfeld durch die hohen Speicherpreise zurückzuführen ist.

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Der Blick auf die Gesamtzahlen offenbart ein bemerkenswertes Ergebnis: Der Umsatz erreichte im dritten Quartal 13,377 Milliarden US-Dollar und stieg damit gegenüber dem Vorquartal um 16 % sowie gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 45 %. Das operative Ergebnis lag bei 2,832 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 42 % gegenüber dem Vorquartal und 123 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch der Gewinn legte kräftig zu: Mit 2,428 Milliarden US-Dollar fiel er um 6 % höher aus als im Vorquartal und um 95 % höher als ein Jahr zuvor.

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Entscheidend für die hervorragenden Ergebnisse war das dynamische Umsatzwachstum der Sparte Data Center. Sie erzielte mit 8,55 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekord. Das entspricht einem Zuwachs von 27 % gegenüber dem Vorquartal und 97 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum – der Spartenumsatz hat sich damit nahezu verdoppelt. Das operative Ergebnis der Sparte stieg um 168 % auf 2,88 Milliarden US-Dollar. Maßgeblich dafür war die enorme Nachfrage nach AMDs EPYC-Serverprozessoren. Einen wichtigen Beitrag leisten auch die KI-Beschleuniger Instinct MI455X, die als Bestandteil der Helios-Racks auf großes Interesse stoßen. Laut AMD setzen Anthropic, Meta, Microsoft, OpenAi und Oracle Cloug Infrastructure diese Racks bereits ein. Die Markteinführung ist somit schon in vollem Gange.

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Für die Sparte Data Center zeichnen sich glänzende Aussichten ab. Ihr Umsatz könnte den Erwartungen zufolge im vierten Quartal von 8,55 auf 12,8 Milliarden US-Dollar steigen, vor allem durch die hochlaufende Produktion der Helios-Racks. Auch 2027 könnte die Sparte enorm wachsen: Der Umsatz mit Serverprozessoren könnte sich verdoppeln, während die Erlöse aus KI-Beschleunigern und KI-Racks sogar auf mehr als das Doppelte steigen könnten. Sollte das gelingen, würde Data Center bereits mehr als 80 % zum Gesamtumsatz von AMD beitragen. Gegenüber den derzeitigen 64 % und den 47 % vor einem Jahr wäre das ein erheblicher Anstieg.

Während Data Center dank der vom KI-Boom angeheizten Nachfrage floriert, sieht es im PC-Geschäft deutlich weniger erfreulich aus. Das zeigt sich auch am Umsatz der Sparte Client and Gaming, der im vergangenen Quartal lediglich 3,722 Milliarden US-Dollar betrug. Er sank damit gegenüber dem Vorquartal um 3 % und gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8 %. Prozessoren für das PC-Geschäft erzielten einen Umsatz von 2,95 Milliarden US-Dollar. Auch hier steht ein Rückgang gegenüber den 3,06 Milliarden US-Dollar des Vorquartals zu Buche, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ergibt sich allerdings ein Plus von 200 Millionen US-Dollar.

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Mit diskreten Grafikkarten und SoCs für Spielkonsolen wurden lediglich 773 Millionen US-Dollar umgesetzt, ein deutlicher Rückgang gegenüber den 1,298 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Absatz von Gaming-Grafikkarten war schwach, und auch bei den Konsolen-SoCs bestellten die Partner weniger. Aufgrund der schwierigen Marktlage sank das operative Ergebnis der gesamten Sparte um 34 % auf 573 Millionen US-Dollar. Für das vierte Quartal erwartet AMD in dieser Sparte einen Umsatzrückgang von mehr als 20 % gegenüber dem Vorquartal. Das ist bemerkenswert, denn durch das starke Weihnachtsgeschäft ist das vierte Quartal normalerweise das umsatzstärkste des Jahres. Wegen der Speicherkrise dürfte die Nachfrage in diesem Segment nun jedoch sinken. Für 2027 wird ein weiterer Rückgang im zweistelligen Prozentbereich erwartet.

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Die Ergebnisse der Embedded-Sparte fallen erfreulicherweise deutlich besser aus. Ihr Umsatz erreichte 1,11 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 29 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg das operative Ergebnis um 60 % auf 453 Millionen US-Dollar. AMD führt das Wachstum auf die starke Nachfrage nach seinen Produkten in den adressierten Marktsegmenten zurück.

Für das vierte Quartal stellt AMDs Finanzprognose einen Gesamtumsatz von 17 Milliarden US-Dollar in Aussicht, während Konkurrent Intel mit 15 bis 16 Milliarden US-Dollar rechnet. Das wäre ein bedeutender Meilenstein: Erfüllt AMD seine Prognose, würde das Unternehmen Intel beim Gesamtumsatz erstmals überholen. Der Vorsprung wäre mit 1 bis 1,5 Milliarden US-Dollar zudem beträchtlich. AMDs Strategie scheint sich stärker auszuzahlen: Das Unternehmen konzentriert sich neben Serverprozessoren auf KI-Beschleuniger und KI-Racks. Intel versucht dagegen, sich mit Serverprozessoren für Unternehmenskunden und Prozessoren für den PC-Markt zu behaupten – in Bereichen, in denen die hohen Speicherpreise das Wachstumspotenzial erheblich begrenzen.

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